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Hundefutter im Fellwechsel: Was Ihren Hund jetzt wirklich stärkt

Zweimal im Jahr ist es soweit: Haare auf dem Sofa, Haarbüschel auf dem Boden, ein Hund der sich schüttelt und trotzdem noch voller Unterwolle steckt. Der Fellwechsel ist ein natürlicher Prozess – aber er ist auch eine Phase, in der der Körper des Hundes deutlich mehr leistet als sonst. In unserer Beratungsarbeit erleben wir immer wieder, dass genau in dieser Zeit Symptome auftauchen, die eigentlich vermeidbar wären: stumpfes, brüchiges Fell, Juckreiz, Schuppen oder ein zäh verlaufender Haarwechsel.

Der häufigste Grund: Die Fütterung wird während des Fellwechsels nicht angepasst. Dabei ist es keine Frage der teuersten Marke – sondern der richtigen Zusammensetzung zum richtigen Zeitpunkt.

Warum Hunde überhaupt den Fellwechsel haben: Auslöser und Ablauf

Der Fellwechsel ist kein zufälliger Vorgang, sondern ein hormonell gesteuerter Prozess, der primär durch die Tageslichtlänge ausgelöst wird – nicht, wie oft angenommen, allein durch die Aussentemperaturen. Die veränderte Lichtmenge signalisiert dem Körper des Hundes, wann es Zeit ist, das Fell zu wechseln.

Zweimal im Jahr läuft dieser Wechsel ab:

  • Frühjahr: Das dichte Winterfell wird abgestossen, das leichtere Sommerfell wächst nach

  • Herbst: Das Sommerfell weicht dem wärmenden Winterfell mit dichter Unterwolle

Wie intensiv ein Hund haart, hängt stark von Rasse, Haltungsbedingungen und Gesundheitszustand ab. Hunde, die hauptsächlich drinnen leben und wenig natürlichem Licht ausgesetzt sind, können das ganze Jahr über mässig haaren, ohne einen klar abgegrenzten Fellwechsel zu zeigen.

Was im Körper während des Fellwechsels passiert

Fell ist kein Zufallsprodukt. Jedes einzelne Haar besteht überwiegend aus Keratin – einem Protein, das der Körper aktiv produzieren muss. Während des Fellwechsels laufen Haarausfall und Neubildung gleichzeitig ab. Das kostet Ressourcen: Protein, Fettsäuren, Zink, Biotin, Kupfer und verschiedene Vitamine werden in dieser Phase in erhöhtem Mass benötigt.

Wenn diese Nährstoffe im Futter nicht ausreichend vorhanden oder nicht gut genug verwertbar sind, merkt man das. Nicht sofort – aber das neue Fell wächst langsamer, bleibt stumpf oder das Tier wirkt insgesamt angespannt und juckend.

Deckhaar, Unterfell, Unterwolle: Was sich beim Fellwechsel verändert

Um zu verstehen, was der Körper im Fellwechsel leistet, hilft ein kurzer Blick auf die Fellstruktur. Die meisten Hunde haben ein zweischichtiges Fell:

Deckhaar: Die äussere Schicht – länger, gröber, schützt vor Nässe und mechanischen Einflüssen. Das Deckhaar gibt dem Fell Farbe, Glanz und Struktur.

Unterfell / Unterwolle: Die innere, weiche Schicht – dichtes, feines Haar, das als Isolationsschicht dient. Im Frühjahr wird das dichte Winterunterfell massenhaft abgestossen, was den Grossteil der sichtbaren Haarmenge ausmacht.

Beim Fellwechsel von Winterfell auf Sommerfell verliert der Hund vor allem diese Unterwolle – was erklärt, warum manche Hunde förmlich „explodieren" und dabei trotzdem gesund sind. Das Sommerfell ist dünner, luftiger und benötigt weniger Ressourcen im Aufbau als das wärmende Winterfell.

Bestimmte Hunderassen mit besonders dichter Unterwolle – Huskys, Samojeden, Golden Retriever, Berner Sennenhunde – haben einen deutlich intensiveren Fellwechsel als kurzhaarige Rassen. Bei diesen Tieren ist eine gezielte Unterstützung durch Fütterung und Pflege besonders wirkungsvoll.

Protein: Die wichtigste Grundlage

Wer seinem Hund im Fellwechsel wirklich etwas Gutes tun möchte, fängt beim Protein an. Hochwertiges, gut verdauliches Protein liefert die Aminosäuren, die für den Aufbau von Keratin und damit für gesundes Fellwachstum unerlässlich sind. Besonders relevant sind Methionin und Cystein – schwefelhaltige Aminosäuren, die direkt in die Haarstruktur eingehen.

Was das in der Praxis bedeutet:

  • Proteinquelle prüfen: Klar deklariertes Fleisch (z. B. Huhn, Lachs, Rind) ist einem unspezifischen „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" vorzuziehen

  • Proteingehalt im Kontext sehen: Ein hoher Rohproteinwert auf der Packung sagt wenig, wenn die Verdaulichkeit schlecht ist

  • Einzelprotein bei empfindlichen Hunden: Wer weiss, dass sein Hund auf bestimmte Proteinquellen reagiert, sollte gerade im Fellwechsel nicht experimentieren

Fettsäuren: Der entscheidende Hebel für Haut und Fell

Wenn es einen einzelnen Nährstoff gibt, der im Fellwechsel den grössten sichtbaren Unterschied macht, dann sind es die Fettsäuren – insbesondere Omega-3 und Omega-6. Sie beeinflussen die Talgproduktion der Haut, die Elastizität der Haarwurzel und das Erscheinungsbild des Fells.

Konkret:

  • Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA, vor allem aus Fischöl) wirken entzündungsregulierend und unterstützen eine ruhige, nicht gereizte Haut

  • Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure, z. B. aus Hanföl oder Lachsöl) fördern ein geschmeidiges, glänzendes Fell

  • Das Verhältnis zählt: Viele handelsübliche Trockenfutter sind reich an Omega-6, aber arm an Omega-3 – eine gezielte Ergänzung kann hier sinnvoll sein

Eine einfache und bewährte Massnahme: hochwertiges Lachsöl oder ein ausgewogenes Omega-Öl direkt über das Futter geben. In unserem Sortiment bei TIER IM MITTELPUNKT finden Sie eine Auswahl an Ölen und Samen für Hunde, die sich gezielt im Fellwechsel einsetzen lassen.

Zink, Biotin, Kupfer: Die unterschätzten Spurenelemente

Neben Protein und Fettsäuren spielen mehrere Mikronährstoffe eine direkte Rolle beim Fellwechsel:

Zink ist an der Zellteilung der Haarfollikel beteiligt und für eine gesunde Hautbarriere essenziell. Zinkmangel zeigt sich häufig als Schuppung, stumpfes Fell oder Krusten – besonders bei bestimmten Rassen wie Huskys oder Malamutes gibt es eine genetische Neigung zu Zinkverwertungsstörungen.

Biotin (Vitamin B7) unterstützt die Keratinbildung und ist einer der am häufigsten eingesetzten Ergänzungsstoffe beim Fellwechsel. Die Wirksamkeit hängt jedoch stark davon ab, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt – wer bereits gut mit Biotin versorgt ist, sieht durch eine Ergänzung kaum Unterschied.

Kupfer ist notwendig für die Pigmentierung des Fells und die Strukturstabilität der Haare. Ein Mangel zeigt sich oft als Farbveränderung oder brüchiges, mattes Fell.

Wichtig: Diese Spurenelemente wirken nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel. Eine Überversorgung mit einzelnen Stoffen ist genauso problematisch wie ein Mangel – gezielt ergänzen ist besser als pauschal auffüllen.

B-Vitamine und Vitamin E: Oft vergessen, aber relevant

Neben Zink, Biotin und Kupfer spielen zwei weitere Nährstoffgruppen im Fellwechsel eine unterschätzte Rolle:

B-Vitamine – insbesondere B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B12 – sind am Zellstoffwechsel der Haarfollikel beteiligt und unterstützen die Hautregeneration. Ein Nährstoffmangel in diesem Bereich zeigt sich häufig nicht sofort, sondern schleichend: Das neue Fell wächst langsam, bleibt matt oder die Haut wird empfindlicher.

Vitamin E wirkt als Antioxidans und schützt die Zellmembranen der Haut vor oxidativem Stress – der gerade beim intensiven Fellwechsel entsteht, wenn viele Zellen gleichzeitig erneuert werden. Vitamin E arbeitet zudem eng mit Selen zusammen; beide sollten im richtigen Verhältnis vorhanden sein.

Beide Nährstoffgruppen sind in einem ausgewogenen, hochwertigen Grundfutter in der Regel ausreichend enthalten. Wer bei einem langanhaltenden oder problematischen Fellwechsel an Ergänzungsfuttermittel denkt, sollte diese beiden Gruppen mitberücksichtigen – nicht nur Biotin und Zink.

Welches Hundefutter ist im Fellwechsel besonders geeignet?

Es gibt kein einzelnes „Fellwechselfutter", das für jeden Hund passt. Aber es gibt Eigenschaften, auf die es in dieser Phase besonders ankommt:

  • Hoher Anteil an tierischem Protein mit klar deklarierter Quelle

  • Ergänzung mit Omega-3 – entweder bereits im Futter enthalten oder zusätzlich über Öle

  • Ausgewogene Spurenelementversorgung (Zink, Kupfer, Mangan)

  • Gute Verdaulichkeit: Was nicht verwertet wird, hilft auch dem Fell nicht

  • Keine unnötigen Zusatzstoffe, die den Stoffwechsel belasten

Ob Trocken-, Nass- oder Frischfutter: Entscheidend ist nicht die Form, sondern die Zusammensetzung. In unserem Haut & Fell Sortiment für Hunde finden Sie gezielt abgestimmte Produkte für diese Phase.

Öle und Ergänzungen: Was sinnvoll ist – und was nicht

Im Fellwechsel greifen viele Halterinnen und Halter zu Ergänzungsmitteln. Das kann sinnvoll sein – oder den Aufwand unnötig erhöhen. Eine kurze Orientierung:

Sinnvoll:

  • Lachsöl oder anderes Omega-3-reiches Öl, wenn das Grundfutter wenig Fisch enthält

  • Biotin als gezielte Ergänzung, wenn das Fell dauerhaft stumpf und brüchig bleibt

  • Zinkpräparate bei bekannter Zinkverwertungsstörung oder entsprechender Rasseprädisposition

Weniger sinnvoll:

  • „Alles-in-einem"-Fellpflege-Pulver ohne Kenntnis des tatsächlichen Bedarfs

  • Gleichzeitiges Ergänzen mehrerer Einzelstoffe ohne System

  • Produkte mit langen Zutatenlisten, die kaum dosierbare Wirkmengen enthalten

Grundregel: Erst das Grundfutter optimieren, dann gezielt ergänzen – nicht umgekehrt.

Bürsten und Kämmen: Fellpflege als aktive Unterstützung

Fütterung allein ist nicht alles. Regelmässiges Bürsten und Kämmen während des Fellwechsels ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Massnahmen – sowohl für das Wohlbefinden des Hundes als auch für die Fellgesundheit.

Warum Fellpflege im Fellwechsel so wichtig ist:

  • Abgestossene Unterwolle wird gezielt entfernt, statt sich zu verfilzen oder die Haut zu reizen

  • Die Durchblutung der Haut wird durch das Bürsten angeregt – das fördert das Nachwachsen des neuen Fells

  • Hautirritationen durch festsitzende Haare oder Schmutz werden reduziert

  • Regelmässiger Kontakt beim Bürsten ermöglicht es, Veränderungen an Haut und Fell frühzeitig zu bemerken

Wie oft gebürstet werden sollte, hängt von der Rasse und der Intensität des Fellwechsels ab. Bei dichten Doppellagen-Fellen wie beim Husky oder Golden Retriever kann tägliches Bürsten im Fellwechsel sinnvoll sein. Kurzhaarige Hunde kommen oft mit zwei- bis dreimal pro Woche aus.

Wann ist der Fellwechsel ein Warnsignal?

Ein Fellwechsel, der deutlich länger dauert als üblich, besonders intensiv ausfällt oder von anderen Symptomen begleitet wird, sollte nicht nur mit Futter angegangen werden. Mögliche Hinweise, dass mehr dahintersteckt:

  • Kahlstellen oder ungleichmässiger Haarausfall

  • Gerötete, schuppige oder juckende Haut

  • Veränderter Fellgeruch

  • Gleichzeitig auftretende Verdauungsprobleme oder Lethargie

In diesen Fällen lohnt es sich, zunächst die Ursache abzuklären – ob Schilddrüse, Unverträglichkeit, Parasitenbefall oder etwas anderes. Die Fütterung ist ein wichtiger Hebel, aber kein Ersatz für eine Ursachenklärung.

Fazit: Fellwechsel ist Körperarbeit – Fütterung kann unterstützen

Der Fellwechsel ist kein Notfall, aber er ist eine Phase, in der der Körper des Hundes messbar mehr leistet. Wer die Fütterung gezielt anpasst – mehr hochwertiges Protein, bessere Fettsäureversorgung, ausgewogene Spurenelemente – gibt seinem Hund die Ressourcen, die er in dieser Zeit braucht. Das Ergebnis ist meist sichtbar: ein schnellerer, gleichmässigerer Haarwechsel und ein Fell, das danach wirklich glänzt.

Sie möchten die Fütterung Ihres Hundes im Fellwechsel gezielt optimieren oder suchen passende Ergänzungsprodukte? Unser Sortiment und unser Beratungsteam bei TIER IM MITTELPUNKT stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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Häufig gestellte Fragen zur Fütterung beim Fellwechsel

Wie oft im Jahr hat ein Hund Fellwechsel?

Die meisten Hunde wechseln zweimal jährlich das Fell – im Frühjahr und im Herbst. Intensität und Dauer variieren je nach Rasse, Haltung und Gesundheitszustand stark.

Welche Öle sind im Fellwechsel besonders empfehlenswert?

Lachsöl ist wegen seines hohen EPA- und DHA-Gehalts besonders gut geeignet. Hanföl bietet ein günstiges Omega-3/Omega-6-Verhältnis. Beide können sinnvoll direkt über das Futter gegeben werden.

Soll ich das Futter während des Fellwechsels komplett wechseln?

Nicht zwingend. Oft reicht es, das bestehende Futter gezielt mit Ölen oder Spurenelementen zu ergänzen. Ein vollständiger Futterwechsel sollte immer schrittweise erfolgen und nur dann, wenn das Grundfutter strukturell nicht passt.

Wie lange dauert der Fellwechsel beim Hund?

Typischerweise drei bis acht Wochen. Dauert er deutlich länger oder verläuft ungleichmässig, lohnt sich ein genauerer Blick auf Fütterung und Gesundheitszustand.

Was ist der Unterschied zwischen Deckhaar und Unterwolle?

Das Deckhaar bildet die äussere Schutzschicht des Fells – es ist gröber, länger und schützt vor Nässe. Die Unterwolle ist die weiche, dichte innere Schicht, die als Wärmeisolierung dient. Beim Fellwechsel wird vor allem die Unterwolle abgestossen, was den Grossteil der sichtbaren Haarmenge ausmacht.

Kann Biotin den Fellwechsel wirklich unterstützen?

Biotin unterstützt die Keratinbildung und kann bei einem tatsächlichen Nährstoffmangel sichtbar helfen. Bei einem gut versorgten Hund ist der Effekt jedoch gering. Es lohnt sich, zuerst das Grundfutter zu bewerten, bevor pauschal supplementiert wird.