Ob frisch eingezogenes Kitten oder verwaistes Findelkind – wer eine Baby Katze richtig füttern möchte, sollte drei Dinge kennen: die passende Nahrung für jede Lebensphase, die richtige Anzahl Mahlzeiten und die häufigsten Fütterungsfehler. Die wichtigste Regel vorweg: Kuhmilch gehört niemals in den Napf einer jungen Katze. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Kätzchen von der ersten Lebenswoche bis zum ausgewachsenen Stubentiger optimal ernähren.
Die Grundlagen: Was Baby Katzen wirklich brauchen
Katzen sind reine Fleischfresser – das gilt für Kitten noch mehr als für erwachsene Tiere. In den ersten zwölf Lebensmonaten wachsen junge Katzen rasant und benötigen dafür:
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Viel tierisches Eiweiss für den Aufbau von Muskeln und Gewebe
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Taurin – eine für Katzen lebensnotwendige Aminosäure, die sie nicht selbst bilden können
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Hohe Energiedichte, denn der kleine Magen fasst nur wenig auf einmal
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Ausgewogene Mineralstoffe für Knochen und Zähne im Wachstum
Deshalb gehört in den Napf einer Baby Katze immerspezielles Kittenfutter – kein Futter für erwachsene Katzen und niemals Hundefutter, da diesem das wichtige Taurin in ausreichender Menge fehlt.
Fütterung nach Alter: Die Phasen im Überblick
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Alter |
Nahrung |
Mahlzeiten pro Tag |
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0–4 Wochen |
Muttermilch (bei Waisen: Katzenaufzuchtmilch) |
Alle 2–4 Stunden |
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4–8 Wochen |
Beikost: Kitten-Nassfutter mit Aufzuchtmilch angerührt |
5–6 kleine Portionen |
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8 Wochen – 3 Monate |
Kittenfutter (nass, ergänzt mit Trockenfutter) |
4–5 |
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3–6 Monate |
Kittenfutter |
3–4 |
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6–12 Monate |
Kittenfutter |
2–3 |
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Ab ca. 12 Monaten |
Umstellung auf Adult-Futter |
2 |
Grosse Rassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatzen wachsen länger – hier erfolgt die Umstellung auf Erwachsenenfutter oft erst mit 15 bis 18 Monaten.
Phase 1: Die ersten vier Wochen – Milch ist alles
In den ersten Lebenswochen deckt die Muttermilch den gesamten Nährstoffbedarf. Bleibt das Kätzchen bei seiner Mutter, brauchen Sie in dieser Zeit nichts zuzufüttern.
Bei verwaisten Kitten übernehmen Sie die Rolle der Katzenmutter – mit speziellerKatzenaufzuchtmilch aus dem Fachhandel:
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Aufzuchtmilch nach Herstellerangabe anrühren und auf etwa 38 Grad Celsius erwärmen
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Mit einer Aufzuchtflasche oder Pipette füttern – das Kätzchen liegt dabeibäuchlings, niemals auf dem Rücken
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In den ersten zwei Wochen alle 2 bis 3 Stunden füttern, auch nachts
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Nach jeder Mahlzeit das Bäuchlein sanft massieren – das regt die Verdauung an
Wichtig: Kuhmilch ist tabu. Junge Katzen können den Milchzucker (Laktose) nicht verwerten – Durchfall und Bauchschmerzen sind die Folge.
Phase 2: Ab der 4. Woche – die Beikost beginnt
Zwischen der vierten und fünften Lebenswoche zeigen Kitten erstes Interesse am Napf der Mutter. Jetzt beginnt die Entwöhnung:
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HochwertigesKitten-Nassfutter mit etwas Aufzuchtmilch oder warmem Wasser zu einem Brei anrühren
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Den Brei in einem flachen Napf anbieten – die ersten Versuche dürfen ruhig chaotisch aussehen
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Den Milchanteil über zwei bis drei Wochen schrittweise reduzieren
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Mit etwa 8 Wochen frisst das Kätzchen selbstständig festes Futter
Ab diesem Zeitpunkt gehörtfrisches Wasser dauerhaft bereitgestellt – am besten in einem separaten Napf mit etwas Abstand zum Futterplatz.
Phase 3: 8 Wochen bis 12 Monate – das grosse Wachstum
Mit dem Einzug ins neue Zuhause (frühestens mit 12 Wochen) übernehmen Sie die Fütterung komplett. Bewährt hat sich:
In den ersten Tagen beim gewohnten Futter bleiben. Fragen Sie den Züchter oder das Tierheim, was das Kätzchen bisher gefressen hat. Der Umzug ist Stress genug – eine gleichzeitige Futterumstellung belastet die Verdauung zusätzlich. Möchten Sie später wechseln, mischen Sie das neue Futter über 7 bis 10 Tage in steigenden Anteilen unter das gewohnte.
Mehrere kleine Mahlzeiten anbieten. Der Kittenmagen ist klein, der Energiebedarf hoch. Verteilen Sie die Tagesration auf 4 bis 5 Portionen und reduzieren Sie die Anzahl mit zunehmendem Alter schrittweise.
Nassfutter als Basis, Trockenfutter als Ergänzung. Nassfutter liefert wertvolle Flüssigkeit – Katzen trinken von Natur aus wenig. Hochwertiges Kitten-Trockenfutter eignet sich als Ergänzung und für die Beschäftigung. Achten Sie bei beiden auf einen hohen Fleischanteil und die Kennzeichnung «Kitten».
Futter bei Zimmertemperatur servieren. Futter direkt aus dem Kühlschrank ist zu kalt und schlägt auf den empfindlichen Magen.
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Was Baby Katzen nicht fressen dürfen
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Kuhmilch und Milchprodukte – Laktose führt zu Verdauungsproblemen
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Hundefutter – zu wenig Taurin und Eiweiss für Katzen
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Rohes Schweinefleisch – kann das für Katzen gefährliche Aujeszky-Virus enthalten
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Essensreste, Gewürztes und Gesalzenes – belastet Nieren und Verdauung
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Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade, Weintrauben – für Katzen giftig
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Knochen und Gräten – Verletzungs- und Verschluckungsrisiko
Häufige Fragen zur Kittenfütterung
Wie oft muss ich eine Baby Katze füttern? Das hängt vom Alter ab: Flaschenkitten alle 2 bis 4 Stunden, ab 8 Wochen 4 bis 5 Mahlzeiten täglich, ab 6 Monaten 2 bis 3 Mahlzeiten. Ab etwa 12 Monaten gilt der Rhythmus erwachsener Katzen mit 2 Mahlzeiten pro Tag.
Darf eine Baby Katze Milch trinken? Nur spezielle Katzenaufzuchtmilch – und auch diese nur in den ersten Lebenswochen. Kuhmilch vertragen Katzen nicht, da ihnen das Enzym zur Verdauung von Laktose fehlt. Zum Trinken gehört ausschliesslich frisches Wasser in den Napf.
Wann stelle ich von Kittenfutter auf Erwachsenenfutter um? In der Regel mit etwa 12 Monaten, bei grossen Rassen wie der Maine Coon erst mit 15 bis 18 Monaten. Die Umstellung erfolgt schrittweise über 7 bis 10 Tage.
Wie viel Futter braucht ein Kitten pro Tag? Orientieren Sie sich an der Fütterungsempfehlung auf der Verpackung und am Körperbau Ihres Kätzchens: Die Taille sollte erkennbar, die Rippen fühlbar, aber nicht sichtbar sein. Kitten dürfen nicht auf Diät gesetzt werden – im Wachstum zählt eine bedarfsgerechte Versorgung.
Nassfutter oder Trockenfutter für Baby Katzen? Nassfutter eignet sich als Hauptnahrung, da es Flüssigkeit liefert und dem natürlichen Beutetier näherkommt. Hochwertiges Kitten-Trockenfutter ergänzt den Speiseplan. Wichtig ist bei beiden ein hoher Fleischanteil und eine altersgerechte Kitten-Rezeptur.
Fazit: Mit Routine und dem richtigen Futter gross werden
Eine Baby Katze richtig zu füttern heisst: altersgerechtes Kittenfutter, viele kleine Mahlzeiten, immer frisches Wasser – und konsequenter Verzicht auf Kuhmilch und Essensreste. Wer sich an die Phasen von der Aufzuchtmilch über die Beikost bis zum Kittenfutter hält, legt die Basis für ein langes, vitales Katzenleben.
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