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Heu und Stroh – die Futterbasis für Pferde

Heu und Stroh – die Futterbasis für Pferde

Eine pferdegerechte Fütterung bei Pferden beginnt mit hochwertigem Raufutter. Heu, Gras und – bei geeigneten Pferden – auch Stroh liefern strukturreiche Pflanzenfasern, beschäftigen das Pferd über viele Stunden und unterstützen eine gleichmässige Verdauung.

Pferde sind auf die Verarbeitung faserreicher Nahrung spezialisiert. Mikroorganismen im Blind- und Dickdarm bauen unter anderem Cellulose ab und bilden dabei kurzkettige Fettsäuren, die dem Pferd als Energiequelle dienen. Eine kontinuierliche Raufutteraufnahme ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der täglichen Versorgung.

Warum Heu die Grundlage der Fütterung bildet

Heu liefert nicht nur Energie und Rohfasern. Das lange Kauen regt auch die Speichelproduktion an und beschäftigt das Pferd. Lange Fresspausen sollten möglichst vermieden werden, da der Pferdemagen fortlaufend Säure produziert und auf regelmässige kleine Futtermengen ausgerichtet ist.

Als allgemeine Orientierung werden für ausgewachsene Pferde häufig etwa 1,5 bis 2,5 Prozent des Körpergewichts in Form von Raufutter pro Tag genannt. Der tatsächliche Bedarf hängt jedoch von Körpergewicht, Arbeitsleistung, Alter, Gesundheitszustand, Haltungsform und Energiegehalt des Futters ab.

Leichtfutterige Pferde benötigen nicht automatisch weniger Fresszeit. Statt die Raufuttermenge stark zu reduzieren und lange Pausen entstehen zu lassen, sollten Energiegehalt, Fütterungstechnik und Zusammensetzung der Ration gemeinsam betrachtet werden.

Woran erkennt man gutes Heu?

Hochwertiges Pferdeheu sollte trocken, hygienisch und möglichst staub arm sein. Es darf weder muffig riechen noch sichtbare Schimmelstellen aufweisen. Schimmelsporen können die Atemwege belasten, während feucht eingelagertes Heu an Futterqualität verliert und sich unerwünschte Mikroorganismen vermehren können. Schimmliges Heu sollte Pferden nicht verfüttert werden.

Die Farbe allein sagt nur begrenzt etwas über die Qualität aus. Entscheidend sind unter anderem:

  • hygienischer Zustand
  • Geruch und Struktur
  • Erntezeitpunkt
  • Pflanzenbestand der Wiese
  • Energie-, Zucker- und Proteingehalt
  • richtige Trocknung und Lagerung

Besonders bei Pferden mit Übergewicht, Insulindysregulation, Hufrehe-Risiko oder Verdauungsproblemen kann eine Heuanalyse sinnvoll sein. Sie gibt unter anderem Auskunft über Rohprotein, Fasergehalt und Kohlenhydrate und ermöglicht eine gezieltere Zusammenstellung der Ration.

Kann Stroh als Pferdefutter eingesetzt werden?

Nach heutiger fachlicher Einschätzung kann Stroh für geeignete Pferde tatsächlich einen Teil des Heus ersetzen. Es liefert viel Struktur bei vergleichsweise geringer Energiedichte und kann besonders bei leichtfutterigen Pferden dazu beitragen, die Fresszeit zu verlängern, ohne zu viele Kalorien bereitzustellen.

Bevorzugt werden üblicherweise sauberes Hafer- oder Gerstenstroh. Weizenstroh ist härter und weniger gut aufzuschliessen. Unabhängig von der Getreideart muss das Stroh frei von Schimmel, Staub und problematischen Verunreinigungen sein.

Stroh eignet sich besonders für Pferde, die:

  • gute und belastbare Zähne haben
  • leicht an Gewicht zunehmen
  • nicht im intensiven Leistungseinsatz stehen
  • ausreichend trinken
  • genügend Bewegung und Auslauf erhalten

Bei älteren Pferden, Zahnproblemen, Untergewicht, erhöhtem Energiebedarf oder bereits bestehenden Verdauungsbeschwerden muss individuell geprüft werden, ob Stroh geeignet ist.

Stroh immer langsam anfüttern

Das Darmmikrobiom passt sich an die Zusammensetzung der Nahrung an. Jede grössere Veränderung sollte deshalb schrittweise erfolgen. Das gilt auch dann, wenn ein Pferd bereits Stroh als Einstreu kennt und gelegentlich davon frisst.

Beginnen Sie mit einer kleinen Menge und steigern Sie den Anteil langsam. Beobachten Sie dabei:

  • Wasseraufnahme
  • Kotmenge und Kotkonsistenz
  • Fressverhalten
  • Bauchumfang und Darmgeräusche
  • allgemeines Wohlbefinden

Sehr trockener Kot, deutlich weniger Kotabsatz, Unruhe, Scharren, Wälzen oder wiederholtes Schauen zum Bauch können auf eine Kolik hinweisen und müssen ernst genommen werden. Bei einem Verdacht sollte umgehend eine Tierärztin oder ein Tierarzt kontaktiert werden.

Richtig eingesetzt gilt Stroh nicht grundsätzlich als direkte Kolik-Ursache. Wichtig sind jedoch eine langsame Umstellung, geeignete Strohqualität, gute Zähne, freie Wasseraufnahme und ausreichend Bewegung.

Stroh ersetzt keine ausgewogene Versorgung

Stroh liefert vor allem Faser, deckt aber den Bedarf an hochwertigem Protein, Vitaminen und Mineralstoffen nicht vollständig. Wird ein grösserer Teil des Heus durch Stroh ersetzt, muss die gesamte Ration neu beurteilt werden.

Auch Heu allein enthält nicht zwangsläufig alle benötigten Mineralstoffe und Spurenelemente in passenden Mengen. Ein geeignetes Mineralfutter sollte nach Körpergewicht, Heuqualität, Arbeitsleistung und weiteren Futtermitteln ausgewählt werden. Mehrere Vitamin- und Mineralprodukte sollten nicht unkontrolliert miteinander kombiniert werden.

Langsamere Heuaufnahme mit Heunetzen

Viele Pferde fressen ihre Heuration innerhalb kurzer Zeit. Eng- oder mittelmaschige Heunetze können die Aufnahme verlangsamen und die Fresszeit verlängern. Untersuchungen zeigen, dass kleine und mittlere Maschen die Geschwindigkeit der Raufutteraufnahme reduzieren können.

Bei Uns finden Sie verschiedene Lösungen:

  • TiM Heunetz mit 2 × 2 cm Maschen
  • TiM Heunetz mit 3 × 3 cm Maschen
  • TiM Heunetz mit 4,5 × 4,5 cm Maschen
  • TiM Wandheunetze
  • TiM Doppel- und Doppelwandnetze
  • Heukörbe

Die verschiedenen Grössen und Maschenweiten ermöglichen eine Anpassung an Pferdetyp, gewünschte Fressgeschwindigkeit und benötigte Heumenge. Die Netze können ausserdem dazu beitragen, Futterverluste zu reduzieren und das Heu sauberer zu halten.

Ein Heunetz muss sicher befestigt und regelmässig auf Beschädigungen überprüft werden. Die Höhe sollte so gewählt werden, dass sich das Pferd nicht mit einem Huf im Netz verfangen kann. Bei beschlagenen Pferden ist besondere Vorsicht notwendig.

Kräuter und Pflanzenvielfalt als Ergänzung

Die Vorlage weist darauf hin, dass Heu und Stroh nicht immer die Pflanzenvielfalt einer artenreichen Weide bieten. Kräuter, Blätter, Rinden und ausgewählte Früchte können zusätzliche Pflanzenbestandteile in die Fütterung bringen.

Kräutermischungen ersetzen jedoch weder ausreichend Raufutter noch eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung. Sie sollten passend zum Pferd ausgewählt und vorzugsweise zeitlich begrenzt oder im Wechsel eingesetzt werden.

Waldweide

Waldweide enthält Blätter, Rinden und Früchte aus Wald- und Heckenpflanzen, darunter Birke, Esche, Walnuss, Holunder und Hagebutte. Die Mischung greift damit das in der Vorlage beschriebene Thema von Laub, Gehölzen und Heckenpflanzen als Ergänzung der natürlichen Futtervielfalt auf.

Klostergarten

Klostergarten ist eine breit zusammengestellte Kräutermischung mit zahlreichen unterschiedlichen Pflanzenarten. Sie eignet sich für Pferdehalterinnen und Pferdehalter, die die tägliche Ration um eine vielfältige Kräuterkomponente ergänzen möchten.

Ostpreussen-Kräuter

Ostpreussen-Kräuter enthalten unter anderem Kümmel, Schafgarbe, Fenchel, Heidelbeerblätter und Koriander. Die bitterwürzige Mischung wird vor allem als Ergänzung zu gehaltvollem Gras oder Heu angeboten.

Lüneburger Kräuter

Lüneburger Kräuter kombinieren unter anderem Birke, Brombeerblätter, Brennnessel, Anis, Goldrute und Wacholderbeeren. Sie können kurweise oder im Wechsel mit anderen Kräutermischungen eingesetzt werden.

Flora Islandica

Flora Islandica enthält Kräuter, Heidepflanzen, Blätter, Flechten und verschiedene Tangarten. Die Mischung ist besonders auf ursprüngliche und nordische Pferderassen ausgerichtet.

Schwäbische Alb-Mischung

Diese aromatische Mischung enthält unter anderem Salbei, Quendel, Origanum, Minze und Kamille. Sie kann besonders während der Übergangszeiten oder bei Pferden eingesetzt werden, deren Fütterung um aromatische Wiesenkräuter ergänzt werden soll.

Bei trächtigen oder laktierenden Stuten, chronischen Erkrankungen sowie gleichzeitiger Medikamentengabe sollte eine Kräutermischung vorgängig fachlich abgeklärt werden.

Heucobs als weitere Raufutterkomponente

Heucobs können eine praktische Ergänzung sein, wenn die übliche Heuaufnahme erschwert ist oder die Ration um eine eingeweichte Raufutterkomponente erweitert werden soll. Besonders bei älteren Pferden und eingeschränkter Kauleistung werden eingeweichte Raufutterprodukte häufig eingesetzt.

TiM Heucobs werden in der Schweiz produziert und sind in einer 25-kg-Einheit erhältlich. Bei der Verwendung müssen die jeweiligen Einweich- und Fütterungshinweise eingehalten werden.

Da Cobs schneller aufgenommen werden können als langes Heu, ersetzen sie nicht automatisch die Beschäftigungs- und Kauzeit einer ausreichend langen Raufutterstruktur. Die Mahlzeiten sollten passend aufgeteilt werden.

Praktische Grundregeln für die tägliche Fütterung

Eine gut abgestimmte Raufutterration berücksichtigt mehr als nur die verfütterte Kilogrammzahl:

  • Verwenden Sie ausschliesslich hygienisch einwandfreies Heu und Stroh.
  • Vermeiden Sie unnötig lange Fresspausen.
  • Führen Sie jedes neue Raufutter langsam ein.
  • Stellen Sie jederzeit frisches Wasser bereit.
  • Kontrollieren Sie Zähne, Gewicht und Kot regelmässig.
  • Stimmen Sie Heu, Stroh, Kräuter und Mineralversorgung aufeinander ab.
  • Verwenden Sie Heunetze und Heukörbe sicher und passend zum Pferd.
  • Lassen Sie bei empfindlichen Pferden das Heu analysieren.

Fazit

Heu bleibt für die meisten Pferde die wichtigste Grundlage der täglichen Fütterung. Hochwertiges Stroh kann die Ration geeigneter Pferde sinnvoll ergänzen und insbesondere bei leichtfutterigen Tieren mehr Struktur und Fresszeit ermöglichen.

Entscheidend ist, Stroh nicht als pauschalen Heuersatz einzusetzen. Qualität, Zähne, Wasseraufnahme, Bewegung, Körperzustand und die übrige Nährstoffversorgung müssen berücksichtigt werden. Heunetze, Heucobs sowie ausgewählte Kräuter- und Pflanzenmischungen aus unserem Sortiment ermöglichen es, die Raufutterfütterung individuell und praxisnah zu gestalten.